24. Apr 2018

5 Thesen für einen starken Corporate Sound

Das Thema Corporate Sound – oft auch Audio-, Sound- oder Sonic-Branding genannt – ist bereits seit über zehn Jahren ein Buzzword in der Marketingbranche. Allen bekannt sind die prominenten Soundlogos von Marken wie Telekom, Audi oder McDonald’s. Mit den einprägsamen Jingles von Haribo, Schwäbisch Hall und Co. sind wir aufgewachsen.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Markenverantwortliche mit einem eigenen Sound liebäugeln, verspricht er doch eine gesteigerte Markenwiedererkennung, weckt Sympathie bei den Zielgruppen und erhöht die Mediaeffizienz.

Aber nicht alle Marken erreichen den Status von einer Telekom. Warum ist das so?
Hier sind fünf Thesen, die Markenverantwortliche bedenken sollten, wenn sie sich an das Thema heranwagen:

1. Audio Branding wirkt nur langfristig.
Die bekanntesten Soundlogos sind die, die am längsten eingesetzt werden. Audi und Telekom nutzen ihre Soundlogos bereits seit über 20 Jahren. Ein Sound, der nach zwei Jahren wieder verworfen wird, war eine Fehlinvestition, weil er noch keine Chance hatte, sich am Markt durchzusetzen.

2. Audio Branding verlangt Konsequenz und Konsistenz
Die Entscheidung für ein Soundlogo ist keine Kann-, sondern eine Muss-Entscheidung. Damit eine Marke mit einem Sound verbunden werden kann, muss sie über alle Kanäle und auditiven Anwendungen konsistent und konsequent eingesetzt werden. Heute so, morgen so schafft Verunsicherung.

3. Audio Branding ist Chefsache
Zu glauben, ein Soundlogo lässt sich ohne Einbindung des Geschäftsführers einführen, ist naiv. Das visuelle und das akustische Logo bilden eine Einheit und sind imageträchtige Absenderkennzeichnungen des Unternehmens. Sie kommunizieren die Positionierung und die Vision der Marke. Somit sind sie strategische Kommunikationsmittel und keine „Schönmacherei.“ Die Integration relevanter Stakeholder im Unternehmen ist unerlässlich, wenn man die Akzeptanz der Ergebnisse sicherstellen will.

4. Audio Branding ist mehr als ein Soundlogo
Was im Visuellen längst selbstverständlich ist, ist im Akustischen noch Mangelware. Ein Corporate Design besteht aus einem Logo, einem Farbklima, Schriftschnitten, Gestaltungsprinzipien etc. Und alles spielt zusammen. Zu oft wird beim Audio Branding nur an ein Soundlogo gedacht. Dabei klingen Marken mehr und länger als nur für 2 – 3 Sekunden am Ende eines Spots. Neben einem Soundlogo geben einer Marke eine definierte Brand Music, strukturierte Klangelemente, ein Soundscape und eine Brand Voice akustisch Halt. So lassen sich Klanganwendungen für die Telefonwarteschleife oder für Events markenpassend entwickeln. Selbst eine Software-Benutzeroberfläche kann die Markenwelt ins Spiel bringen mit Interaktions-/Funktionsklängen, etwa beim Bestätigungston.

5. Audio Branding ist kein Projekt.
„Audio Branding machen wir nächstes Jahr.“ So hört man es oft in Unternehmen. Dann wird für zwei, drei Monate ein Projekt aufgesetzt und die Ergebnisse werden sodann auf einem Server den Mitarbeitern und Agenturen zur Verfügung gestellt. Leider implementiert sich ein Corporate Sound nicht von alleine. Hartnäckig muss man kontinuierliche Schützenhilfe leisten, kontrollieren und hinterher sein, dass der Sound im Sinne des Konzepts über alle Medien korrekt customized und implementiert wird. Audio Branding ist daher ein kontinuierlicher Prozess, der eigentlich nie endet.

Fazit:
Wer die oben genannten Punkte beherzigt, hat die Chance ein großes Asset für seine Marke aufzubauen. Audio Branding ist nicht geeignet, um sich schnelle Lorbeeren zu verdienen.  Ein Corporate Sound benötigt Zeit, um gelernt zu werden. Dann entfaltet er jedoch seine volle Kraft und stärkt Sympathie und Vertrauen in die Marke.

Alexander Wodrich