29. Januar 2026
Mehr als laute Sportwagen:
Wie Luxusmarken Sound neu denken.

Luxus ist ein volles Champagnerglas, das Blau des Hotelpools, die Naht einer Lederhandtasche. Luxus sieht nach herrschaftlichen Immobilien aus, nach glatten Oberflächen. Luxus klingt nach dem Plätschern der Wellen am Comer See. Dem Ticken der teuren Armbanduhr. Dem Knirschen von Kies auf der Auffahrt.

Sound regt die Fantasie an. Das Kopfkino beginnt. Sound begleitet heute nicht nur schöne Bilder, sondern ist zum integralen Botschafter von Marken aufgestiegen. Sound macht das sinnliche Erlebnis von perfektem Luxus erst komplett.

Von großer Oper zum eigenen Sound

Früher nutzten Luxusmarken monumentale Soundtracks und Orchester, um ihre Produkte zu inszenieren. Es waren Klanggebäude, die Eleganz, Wohlstand und Tradition signalisierten.

Heute verlangen Menschen mehr: Sie wollen Authentizität, Atmosphäre, die Haltung einer Marke spüren. Und viele Luxusmarken verstehen jetzt, dass Sound weit mehr leisten kann: Er wird zum Markenversprechen, das man hören und fühlen kann. Einem Werkzeug, das in einer Zeit schnelllebigen Geflimmers, tiefen Eindruck macht. Sound lässt uns durch Zeiten und Kulturen reisen, schwört Erinnerungen herauf, baut Welten auf und reißt sie wieder ein.

So klingt Luxus heute

Gucci

Die Cruise-2025-Kollektion auf den Modenschauen des italienischen Modeunternehmens funktionieren nicht nur über starke Bilder: Die Musik der Show Herbst/Winter 2025 wurde eigens vom US-amerikanischer Komponisten Justin Hurwitz komponiert und von einem Orchester live zur Präsentation der Kollektion gespielt, Hurwitz selbst hat dirigiert. Zu erleben war eine imposante Referenz an Kultur, Weltläufigkeit, die Flüchtigkeit erhabener Momente. Für Gucci schafft Sound gleichzeitig Atmosphäre, Identität und ein Narrativ für die Kollektion.

Rolex

Der legendäre Uhrenhersteller arbeitet schon lange mit reduzierten Soundwelten. In Produktfilmen hört man oft das akustisch verstärkte Ticken der Uhrwerke: haptisch, rhythmisch, fast meditativer Minimalismus. Das Geräusch wird zum Symbol fürHandwerk, Präzision und den Luxus von Zeit. Diese Soundästhetik lässt die Uhren nicht nur hochwertig wirken, sie erzählt unmittelbar von Exzellenz und absoluter Kontrolle.

INFINITI

Für die japanische Luxusautomarke entstand der Markensound aus der eigenen kulturellen Herkunft.Traditionelle Klänge wie die kraftvolle Nagado-Daiko-Trommel und feine Naturgeräusche wurden in ein modernes akustisches System übersetzt. Ergänzt durch eine ruhige menschliche Stimme verbindet der Sound Stärke mit Gelassenheit– von Markenfilmen und Showrooms bis zum Fahrzeugklang. So wird japanische Handwerkskunst hörbar und exquisit interpretiert.

W Hotels

Die Hotelkette bietet ihren Gästen Luxusmomente über kuratierte Live-Auftritte. Mit ihrer „WPresents“-Reihe holen sie etablierte und aufstrebende Künstler:innen in ihre Häuser, Musiker:innen, deren Style und Spirit zur Identität der Marke passen. Und im W Hotel Edinburgh können Gäste sogar ein Recording-Studio nutzen, um eigene Ideen auszuprobieren. Musik sorgt hier nicht nur für Atmosphäre, sondern wird zum Erlebnisraum.

Rolls Royce

Im Elektromodell Spectre transportieren die Briten Luxus auf ihre eigene Art. Statt aufdringlich futuristischem Motorensound begleitet hier eine kontrollierte Ruhe das Fahren. Jedes Geräusch, jede Vibration wurde mit hohem handwerklichen Aufwand auf das Wesentliche reduziert, präzise orchestriert. Der Innenraum wird zum akustischen Rückzugsort. Und Luxus zum Privileg, sich dem Lärm der Welt entziehen zu können. Eine Idee, die sich über Sound eindringlich und überzeugend vermitteln lässt.

Was wir daraus lernen?

1. Luxus braucht Sonic Codes

Luxus lebt von Nuancen. Deshalb funktioniert Sound hier selten als eine feste Melodie, die überall identisch wiederholt wird. Stattdessen wirken Sonic Codes: wiedererkennbare Prinzipien wie Textur, Dynamik, Rhythmus oder Raumgefühl, die sich immer wieder neu interpretieren lassen – und so Wiedererkennbarkeit schaffen, ohne statisch zu werden. 

2. Luxus ist saisonal
Mode und Luxusinszenierung folgen einem zyklischen Rhythmus aus Kollektionen, Kampagnen, Shows und Drops. Für Sound ist das eine großartige Chance: Klangwelten dürfen sich regelmäßig weiterentwickeln und neu interpretiert werden. Entscheidend ist dabei, diese Erneuerung bewusst zu steuern, damit Wandel sich nicht wie Zufall anfühlt.

3. Luxus braucht Multisensorik
Im Luxuskontext ist Sound noch stärker als in anderen Segmenten Teil eines ganzheitlichen Erlebnisses. Visuals, Licht, Materialität, Duft und Raum greifen ineinander und formen eine gemeinsame Atmosphäre. Die Aufgabe besteht dabei nicht darin, einfach Musik auszuwählen, sondern eine Harmonie zu schaffen – damit alle Sinne dieselbe Geschichte erzählen.


4. Luxus ist Stille
Viele Marken denken Audio noch immer als Tool, um Aufmerksamkeit zu wecken. Im Luxuskontext zeigt sich jedoch oft das Gegenteil: Kontrollierte Stille kann zur stärksten klanglichen Signatur werden. Reduktion, Raum und Minimalismus schaffen Fokus, erzeugen Mystik und vermitteln eine besondere Form von Wertigkeit und Achtsamkeit.

5. Luxus ist Identitätsangebot
Luxus wird nicht nur gekauft, um Besitz zu zeigen, sondern um etwas über das eigene Selbstbild auszudrücken. Sound kann diese Identitäten über kulturelle Codes, Emotionen und Werte präzise transportieren und verstärken. Wer das versteht, entwickelt Klangwelten, die nicht nur gefallen, sondern Zugehörigkeit schaffen – oder bewusst Abgrenzung ermöglichen.

Was uns begeistert?

Luxus ist kein Jingle, sondern ein System aus Sonic Codes.

Es geht um Gefühl, Atmosphäre, Duft – insgesamt um multisensorische Erlebnisse. Gerade in der Mode, die sich für jede Saison rasant verändert, muss Sound flexibel mitlaufen. Luxus heißt also: sich immer wieder neu erfinden. Und manchmal ist Stille sogar die stärkste Signatur.

Am Ende hören Menschen, wer sie sein wollen. Was für eine großartige Erfahrung!

Frequently Asked Questions

Wo und wie entfaltet Markensound seine Wirkung?

Überall dort, wo Marken Menschen begegnen: im Film, auf digitalen Kanälen, im Raum, auf Events und direkt am Produkt. Gerade im Luxus wirkt Sound am stärksten im Zusammenspiel mit Bild, Licht, Material und Atmosphäre. Sound macht Marken wiedererkennbar, emotional und spürbar. Manchmal laut. Manchmal einfach still.

Wie sieht ein Sound Branding-Prozess aus?

Kurz gesagt: Wir bei why do birds übersetzen Markenwerte in Klang. Statt eines einzelnen Songs entstehen Sonic Codes, also flexible Soundprinzipien, die Wiedererkennbarkeit schaffen und sich an jede Situation anpassen lassen. Abgestimmt auf Design, Raum und Nutzung. Für ein Markenerlebnis, das sich gut anfühlt. Und hängen bleibt.

Wie lange dauert ein Sound-Branding Prozess?

In der Regelentsteht eine klare Soundidentität bei why do birds innerhalb weniger Wochen. Und die ist kein starres Konstrukt: Sie entwickelt sich weiter: über Kampagnen, Saisons und Touchpoints hinweg. Einmal gestartet, langfristig wirksam.